Grillen und Wein

"Vertraue auf dein Bauchgefühl - Ausser der Winzer sagt nimm den Riesling, dann nimm den Riesling."

Grillen ist zum deutschen Volkssport avanciert. Sobald die Temperaturen es zulassen, werden Balkone, Terrassen, Gärten, Parks und Strände in rauchende und dampfende Küchen verwandelt. Grillen lässt sich so manches, und da gilt es, auch das adäquate Getränk zur Hand zu haben. Wer da nur ans Bier denkt, ist nicht auf der Höhe der Zeit. Grillweine sind angesagt. Aber was passt wirklich? TVINO.de bringt den Durchblick:

 

Junge, trockene Weißweine (ohne Barrique-Ausbau)

Die sollten auf jeden Fall dabei sein, wenn Fisch und Meeresfrüchte auf den Grill kommen. Auch zu gegrilltem Gemüse (Paprika, Zucchini, Auberginen) optimal und selbst zu Bratwurst einen Schluck wert. Wichtig ist aber, dass der Wein nicht zu neutral und auch nicht zu dominant ist. Also keine wässrigen Tropfen (die kommen mit den kräftigen Röstaromen nicht mit) und auch keine allzu aromatischen Gewächse (die ecken zu sehr an und stören am Ende nur).

 

Junge, restsüße Weiße (ohne Barrique-Ausbau)

Ja, das geht tatsächlich, aber nur bei ganz speziellem Grillgut, wo eine fruchtige Süße eine Rolle spielt, beispielsweise bei der Marinade oder Sauce. Saté-Spieße (Yakitori, Satay) beispielsweise oder Meeresfrüchte wie Garnelen, die vorher entsprechend mariniert wurden. Auch Tintenfisch entfaltet auf dem Grill eine süßliche Note und bietet sich als Partner an.

 

Kräftige trockene Weiße (mit Barrique-Ausbau)

Die passen hervorragend, wenn sie zu Geflügel (Hähnchenkeulen), Schwein oder Bratwurst serviert werden. Der Barrique-Ausbau gibt ihnen dafür das nötige Zeug mit, und die typischen Röstnoten im Wein sind auch nicht fehl am Platze. Wichtig ist allerdings, dass die Weine ein gutes Säuregerüst mitbringen und nicht zu buttrig und karamellig ausfallen, sonst wird der Gaumen schnell müde. Auch ein allzu großzügiger Alkoholgehalt ist eher zu vermeiden – gerade im Freien bei sommerlichen Temperaturen hat sich dies nicht als förderlich erwiesen.

 

Trockener Rosé (ohne und mit Barrique-Ausbau)

Erstklassiger Grillwein, der sowohl mit Fisch und Meeresfrüchten als auch mit Fleisch zurechtkommt. Vorausgesetzt, es kommen veritable Weine mit guter Struktur, Tanninen und Biss in die Auswahl. Also die klassischen Rosés, z.B. aus der Provence. Übersaftige Fruchtbomben mit tiefer Farbe, viel Schmelz und oft auch ordentlichen Prozenten sollten dagegen lieber zu Hause bleiben.

 

Junge, rassige, trockene Rote (ohne Barrique-Ausbau)

Perfekt und beinahe universell einsetzbar, zu allen Arten von Fleisch sowieso, und auch bei gegrilltem Fisch, Kartoffeln und Gemüse machen sie eine gute Figur. Wichtig ist auch hier, dass sie nicht zu fruchtbetont sind und eine würzige Komponente mitbringen. Beim Alkoholgehalt dürfen sie ruhig auf die Bremse treten, und leicht gekühlt sollten sie sein (ca. 14 Grad Celsius).

 

Kräftige, körperreiche, trockene Rote, evtl. mit Barrique-Ausbau

Auch die gehen, brauchen aber ein passendes Pendant auf dem Grill. Also bestes Rindersteak, Filet oder Lammkoteletts. Wichtig ist, dass sie nicht zu rund sind, Frische und Tannin dabei haben und nicht zu warm ins Glas kommen (ca. 16 Grad Celsius).

 

Schäumer

Wer sprudelnde Tropfen auch zu Gegrilltem (dann Fisch und Meeresgetier) genießen will, kommt an richtig ausdrucksvollen Gewächsen nicht vorbei. Also Flaschengärung und ein paar Jahre Reife auf der Hefe. Champagner geht immer, auch guter deutscher Winzersekt, guter Cava, Franciacorta, Trento DOC oder guter Übersee-Sparkling. Wichtig: herb muss die Flasche sein, Brut, Extra Brut oder Dosage Zero.

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